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Der nächste Sommer wird ein heißer – von Menschen gemacht!

Von Prof. Dr. Thomas Beyerle


Keine Frage, bei unseren Bemühungen um ESG-konforme Gebäude und Quartiere sind wir auf einem sehr guten Weg. Im Rahmen z.B. unseres Catella-ESG-Monitors erfassen, dokumentieren und optimieren wir Indikatoren wie Frischwasserqualität, Wasserverbrauch Außenanlagen, Flächeninanspruchnahme, Materialien Außendämmung, Abwasserrohre bis hin zu den Materialien des Bodenbelangs (innen und außen) und die Vermeidung von Wärmeenergieverlust der Fenster. Klingt eindrucksvoll? Ist es auch, vor allem wenn sich nach einigen Quartalen endlich die Skalierungseffekte einstellen. Einfacher formuliert: Wer früh begonnen hat mit dem ehrlicherweise zeitraubenden Erfassen von Daten, direkt oder auf Basis von Energieausweisen, kann den „Roll-out“ aufs Portfolio schneller durchführen.


Doch trotz aller Freude: Es ist nur ein Zwischenschritt, zumal gerade wir Investoren immer stärker realisieren, dass es mit dem Gewerk und dem Ende der Verantwortung an der Grundstücksgrenze nicht getan ist.

Ein Phänomen, welches uns immer stärker Kopfzerbrechen bereitet, sind in den bevorzugten CBD-Lagen entstehende Hitzeinseln. Um es in den Worten des sog. „Rebound-Effekt“ zu kleiden: In den Immobilien optimieren bzw. reduzieren wird den Energieverbrauch deutlich, wenn es draußen jedoch immer wärmer wird, hat das deutliche Konsequenzen für die Energiebilanz in den Gebäuden. Unsere schöne ESG-Bilanz läuft dadurch ins Leere.


Das Phänomen der sog. Hitzeinseln beschreibt die Differenz der Lufttemperatur zwischen städtischen Flächen und dem weniger urbanen Umland, welche bis zu 10 °C betragen kann: Dieser Effekt ist deshalb von Belang, da aktuell in Europa rund 75 % der Menschen in städtischen Umgebungen wohnen und arbeiten. Hinzu kommt:

  • Versiegelte Flächen speichern die Wärme und sind somit ein wesentlicher Grund für Hitzeinseln.

  • Erhöhung der Grünflächen um 10 % kann zu einer Reduktion der Temperatur an Sommertagen um ca. 3 °C führen.

  • Wir müssen uns als Immobilienbranche damit immer stärker in Stadtplanungsprozesse einbringen, um den Gesamtkontext herzustellen.

Lösungen? Ja, die liegen auf dem Tisch: Entsiegelung, Frischluftschneisen und auch eine klare Botschaft an „die“ Architekten und Investoren: weg mit den Glaspalästen – zumindest was die Gebäudehülle betrifft. Klar ist, dass es nur ein weiterer Baustein auf der Reise zu einem ESG-konformen Umbau der Städte und der Bewältigung des Klimawandels sei kann. Den hat der Mensch verursacht – jetzt soll er ihn zumindest aufhalten.

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